Online-Bildungsforum

Schule in Zeiten von Corona-Herausforderungen und Möglichkeiten

 

 

Pandemiebedingt stehen Schulleitung, Lehrkräfte, sowie Schülerinnen und Schüler und Ihre Eltern seit vielen Monaten vor ganz besonderen Herausforderungen. Zwischenzeitlich sind einige Unterstützungsangebote eingerichtet, neue Kommunikationswege ausprobiert und individuelle Ermutigungszugänge aufgebaut. Doch es taucht immer wieder die Frage danach auf, wie es uns gelingen kann, möglichst alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen und niemanden zu verlieren.

 

Mitglieder der Steuergruppe der Bildungsregion Hameln-Pyrmont waren sich schnell einig: Es gibt einen großen Austauschbedarf für die o.g. Problematik und wir müssen neue Wege gehen, weil die für den März 2021 geplante Bildungskonferenz im Präsenzformat coronabedingt abgesagt werden musste. Gerne nahm das Bildungsbüro den Auftrag an, ein Online-Bildungsforum "Schule in Zeiten von Corona – Herausforderungen und Möglichkeiten"zu organisieren. Am 18.03.2021 fand unsere Veranstaltung mit dem Fokus auf die Erreichbarkeit und Unterstützung der benachteiligten und schwächeren Schülerinnen und Schülern bzw. die Stärkung der Beziehungsdimension im schulischen Kontext in der Corona-Zeit statt.

 

Eröffnet wurde das Online-Bildungsforum von der Kreisrätin des Landkreises Hameln-Pyrmont, Frau Meißner: Sie begrüßte 37 Teilnehmende.

 

Der Leiter des Corona Unterstützungsteam des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung Hannover (RLSB), Herr Athemeliotis, sowie Vertreterinnen und Vertreter des multiprofessionalen Teams haben die Unterstützungsangebotefür die Schulen mit Blick auf die Frage, wie Schülerinnen und Schüler, die von der Aussetzung des Präsenzunterrichts in besonderem Maße betroffen sind, mit den jeweils vorhandenen Ressourcen konkret unterstützt werden können, vorgestellt und die Einblicke in die praktische Beratungsarbeit gegeben. Die inhaltliche Ausrichtung der Beratungsangebote ist unter dem folgenden Link aufgelistet: www.rlsb.de/bu/schulen/schulentwicklung/kompensation.

 

Dem intensiven fachlichen Input vom RLSB folgte die Vorstellung eines Best-Practice-Beispiels aus Berlin. Das Programm „LernBrücken – Häusliches Lernen begleiten“ richtete sich an Kinder und Jugendliche, die in Risikolagen aufwachsen und zu Hause beim Lernen nur wenig Unterstützung bekommen. Das Projekt wurde von der Leiterin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Berlin, Frau Schmidt, vorgestellt. Sie ging dabei  insbesondere auf den Projektaufbau sowie die praktischen Bestandteile der Umsetzung mit exemplarischem Wochenplan und Corona-Phasen-abhängigen Strategien ein. Mehr zum Projekt finden Sie unter:  www.dkjs.de/lernbruecken

 

Während der Veranstaltung wurde ein kurzes Stimmungsbild mit der Frage zu dem gravierendsten Problem in der aktuellen Situation abgefragt. Die Einschätzung unserer Teilnehmenden hat ergeben, dass die abgerissene Selbstverständlichkeit von Schulbesuch bzw. das Abtauchen von Schülerinnen und Schülern sowie die Verstärkung von Benachteiligung sozial Schwächerer die größten Herausforderungen bilden. Der Verlust der Sozialkompetenzen sowie die didaktischen Folgen für die Nach-Corona-Zeit gehören zu der zweitgrößten Problemgruppe.

 

 Ein wichtiger Bestandteil des Bildungsforums war der Austausch mit den beteiligten Bildungsakteuren. Dabei wurden die Impulse zu den gelungenen Maßnahmen sowie den neuen Lösungsansätzen für die eigene Schule aber auch für die Region eruiert. Auch die vorhandenen bzw. notwendigen Strukturen, Partner und Ressourcen wurden erfasst.  Alle waren sich schnell einig, dass die Austauschrunde zeitnah erneut angeboten werden soll. Der Input von Experten und die erarbeiteten Lösungsansätze bilden eine gute Basis für die Weiterentwicklung der ersten konzeptionellen Ideen.

 

 

 

Die erste Regionale Austauschrunde zum Bildungsforum „Schule in Zeiten von Corona“

 

Am 28.04.2021 startete unsere erste Regionale Austauschrunde, die an die Ergebnisse des Bildungsforums vom 18.03.2021 anknüpfte. Neben den Vertreterinnen und Vertretern der Schulen und der Steuergruppe der Bildungsregion Hameln-Pyrmont wurden auch Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsregion, der Erziehungsberatungsstelle, des Teams Sozialpädagogik an Schulen sowie des Schulamtes eingeladen, da sie bei der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen eine wichtige strukturelle Rolle spielen können.

 

Die Berichte aus dem schulischen Alltag waren vielseitig, jedoch gab es oft gemeinsame Schnittstellen. Zum Beispiel herrscht trotz der intensiven Informationskampagne zu den pandemiedämmenden Maßnahmen noch immer eine starke Unsicherheit. So wurde vom Verlust der Schülerinnen und Schüler durch die „Testhürde“ berichtet. Insbesondere betroffen sind die Bildungsbenachteiligten und die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Auch Probleme der Sprachverständigung, Verlust von Tagesrhythmus und Sozialkompetenzen wurden mehrfach als tägliche Herausforderung genannt. Parallel dazu ist eine zunehmende Tendenz erkennbar, dass Eltern emotional sich an einer Gradwanderung der Überforderung befinden. Die Kapazitäten der Notbetreuung reichen nicht immer aus, um die dringenden Bedarfe abzudecken. Ohne die pädagogischen Mitarbeitenden wäre die Betreuung in einigen Schulen nicht umsetzbar.

 

Aus den Berichten der Schulen wurden erste Ansätze entwickelt, wie die Bildungsregion Hameln-Pyrmont unterstützen kann:

 

• Veröffentlichung von Corona-Regelungen um schulischen Kontext auf der Homepage des Landkreises, sodass diese mit Hilfe des bereits integrierten Übersetzungstools zentral und mehrsprachig abgerufen werden können. 

• Begegnung der Problematik der "Testhürden" mittels Erklärvideos, in denen neben der praktischen Vorführung auch die Gründe der Testung erläutert werden. 

• Schaffung einer zentralen Fortbildungsreihe auf der kommunalen Ebene für Lehrkräfte und Mitarbeitende im pädagogischen Bereich. 

 

Diese ersten Lösungsansätze wurden im Laufe des Austausches von den abstrakten Ideen zu den konkreten Maßnahmen geschliffen und werden noch im Nachklang in den kleineren Expertenrunden umsetzungsorientiert weiterentwickelt

 

Für weitere Fragen und Informationen steht Ihnen die Bildungsmanagerin des Landkreises gerne zur Verfügung: 

 

Liliya Meier

Liliya.Meier@hameln-pyrmont.de

Tel. 05151 / 903-3015

 

 

 

Materialien

 

In dieser Übersicht finden Sie Dokumente und Unterlagen zur Thematik und Anregungen für die Arbeit.